Gedanken zur Hilfengebung
In der Grunderziehung
"schwarz-weiß", z.B. Druck, dem das Pferd weicht – nach Ausführung sofort nachgeben (pull - and – slack - Methode). Zuerst so deutlich, daß das Tier das Erwünschte versteht, dann versuchen mit weniger Einwirkung denselben Effekt zu erreichen (progressive Hilfengebung). Das Nachgeben kann in dem Zusammenhang auch vom Pferd als Lob verstanden werden.Bei fortgeschrittener Ausbildung
wird eine differenziertere Hilfengebung erforderlich. Z.B. beim Dressurreiten – Versammlung heißt nicht bloß hinten treiben und vorne halten. Bei der Hilfengebung kommt es auf die Dosierung an. Interessant ist die Erfahrung, daß die bloße Steigerung der Dosierung nicht zum erwünschten Verhalten führt, sondern sogar ins Gegenteil umschlägt.Aufmerksamkeit und Konzentration sind das spontane Nebenprodukt von bestimmten Situationen und Ereignissen (mit uns). Nicht immer können wir die Umstände MACHEN. Keiner kann einen Menschen oder ein Pferd dazu zwingen, sein Freund zu sein. Bei der Grunderziehung wollen wir die Begebenheiten so abstimmen, daß das erwünschte Verhalten vom Pferd selbst als leichteste Möglichkeit erkannt wird.
(c) 1994 Nikolaus Bernard